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Des Antonius von Padua Fischpredigt, in 3/8 time, is best known as the source for the music of the scherzo of the Second Symphony. Its music employs strings and winds in perpetual motion as well as interjecting woodwind figures. The ironic text describes a saint who, on finding an empty church, goes to the water and preaches to the fishes. The fishes listen in rapt enjoyment, but after the sermon they, like humans, remain the sinners they once were. Perhaps this was the message Mahler was trying to assign to mortal existence when he used it in his symphony.

 

Des Antonius von Padua Fischpredigt

 

Antonius zur Predigt

Die Kirche find’t ledig.

Er geht zu den Flüssen

und predigt den Fischen!

Sie schlag’n mit den Schwänzen,

Im Sonnenschein glänzen.

 

Die Karpfen mit Rogen

sind all hiergezogen,

hab’n d'Mäuler aufrissen,

sich Zuhör’n’s beflissen.

Kein Predigt niemalen

den Fischen so g'fallen!

 

Spitzgoschete Hechte,

die immerzu fechten,

sind eilend herschwommen,

zu hören den Frommen!

 

Auch jene Phantasten,

die immerzu fasten:

die Stockfisch ich meine,

zur Predigt erscheinen.

Kein Predigt niemalen

den Stockfisch so g'fallen.

 

Gut Aale und Hausen,

die vornehme schmausen,

die selbst sich bequemen,

die Predigt vernehmen!

 

Auch Krebse, Schildkroten,

sonst langsame Boten,

steigen eilig vom Grund,

zu hören diesen Mund!

Kein Predigt niemalen

den Krebsen so g'fallen!

 

Fisch große, Fisch’ kleine,

vornehm’ und gemeine,

erheben die Köpfe

wie verständ’ge Geschöpfe,

auf Gottes Begehren

die Predigt anhören.

 

Die Predigt geendet,

ein Jeder sich wendet,

Die Hechte bleiben Diebe,

die Aale viel lieben:

Die Predigt hat g'fallen.

sie bleiben wie allen!

 

Die Krebs’ geh’n zurücke,

die Stockfisch bleib’n dicke,

die Karpfen viel fressen,

die Predigt vergessen!

Die Predigt hat g'fallen

sie bleiben wie Allen!

 

 

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